27.07.2009

Handyterror



Heute befasse ich mich mit einem Thema, über das sich
jeder schon mal aufgeregt hat. Das Handy. Ich bin ja
jetzt nun nicht mehr ganz so jugendlich, habe aber ein
paar Freunde, die so um die 20 sind. Dabei fiel mir
natürlich deren Umgang mit dem Folterbumbumklingelgerät
auf. Wenn man sich nun trifft, z. B. in einer Bar oder
im Garten beim Grillen, dann ist alles gut, solange
niemand auch nur auf sein Handy guckt. Sobald nur
jemand auf die Uhr schauen möchte, schon wird bei den
anderen ein Schalter umgelegt, der bewirkt, dass man
sofort auf sein eigenes Teil schauen möchte. Und da
man ja nicht wie ein Psychopath wirken will, in dem man
es einfach nur etwas verliebt anstarrt, fängt man halt
an irgendetwas zu machen, was dann meistens dazu
führt, dass alle an ihren Handys rumfingern und jedes
Gespräch sich im T-Netz verläuft. Wobei die
Beschäftigungsmöglichkeiten wie folgt aussehen können:

Die SMS:
Meistens mit der Freundin, der man erst vor einer
halben Stunde sagte: „Tschüss, ich geh für´n Stündchen
in die Kneipe zu den Jungs.“ Kaum dort angekommen kommt
die erste SMS: „Und? Was machste? Ich liebe dich…“
(Bevor ich jetzt wieder zwanzigtausend Exemplare von
der EMMA geschickt bekomme, schreibe ich gleich dazu,
dass es umgekehrt genauso läuft.)
Doch anstatt zu schreiben „Ich besaufe mich und lästere
über dich!“ wird das „Gespräch“ sinnloserweise
fortgesetzt. Dies führt dann dazu, dass man vergeblich
bemüht ist eine Unterhaltung zu beginnen, der Kumpel
aber nur wie hypnotisiert auf seine Jambaschleuder
starrt und nur zustimmend nickt und Sachen stammelt wie
„Aha“, „Verstehe“ und „Ja, is´ schlimm“.

Videoclips:
Man war zu Hause am Rechner, schaut sich irgendwelche
Videos an, lädt sie auf das Handy und schaut sie sich
in der Kneipe noch 5mal an, nur mit mieserer Qualität
und kleinerem Bildschirm. Muss ich da wirklich noch was
zu sagen? Ich kaufe mir doch auch keine Harley-Davidson
um direkt nach Erwerb mit ´nem Mofa ´ne Tour durch die
Eifel zu machen, oder?

Musik:
Siehe Videoclips. Was aber noch viel ätzender ist als
wenn Freunde sich in der Kneipe ihre Lieblingsstücke
zeigen, dass sind die Backfischgangster, die ihren
Bonzai (oder heißt der Bushido?) in einer furchtbar
miesen Qualität im Bus oder beim Spazierengehen hören.
Ich dachte schon, die alten Walkmen waren die Hölle.
Ihr wisst schon, Tapes und so. Rauschen und verdrehte
Bänder. Da wünscht man sich ja den guten alten
Ghettoblaster zurück.

Was kann ich also machen? Tja, ich werde mir neue
Freunde im Altersheim suchen. Das einzige Geräusch, das
die höchstens machen, ist das Piepen der Magensonde.
Auf Wiederhören.