17.07.2008

Manipulative Armut


Ich sah neulich einen Bericht im Fernsehen, in dem gesagt wurde, dass ca. 90% aller Deutschen am Ende des Jahres Strom und Heizkosten schlicht und ergreifend nicht mehr bezahlen könnten. Die anderen 10% sind wohl Politiker, die ihre Diäten halt an die Strom- und Heizkosten angleichen, der Rest sind die Manager der Energiekonzerne, die brauchen keine Heizung, die wohnen in der Karibik.
Alles wird teurer. Aber warum ist das so? Beim Rohöl kann man uns ja ruhig mit der Ressourcen-Nummer kommen, klingt ja auch plausibel und so lange ´ne Lüge plausibel ist, dann geht das in Ordnung, denn dann verkauft man uns wenigstens nicht für dumm. Auch Grundnahrungsmittel werden immer teurer und vom Sprit fange ich besser gar nicht erst an, denn ich hab auch so schon genug graue Haare für mein Alter. Wenn man jetzt auch noch raucht, dann hat man quasi täglich die Wahl: Hm, esse ich heute und rauche morgen? Oder fahr ich mit dem Auto und verschiebe das Essen bis zum Kreislaufzusammenbruch im August? Selbst Menschen, die eigentlich arbeiten gehen, müssen sich täglich diese Fragen stellen. Über die Hälfte aller Deutschen leben am Rande der Armut. Warum? Wir sind ein reiches Land, wenn man mir sagt, dass in Teilen von Afrika Menschen verhungern, dann ist das plausibel. Aber hier? Da läuft doch was verkehrt.
Aber eigentlich ist das ja gar nicht schlecht für die Regierenden. Denn wenn 55% aller Deutschen Angst um ihre Existenz haben, dann hat man keine Zeit sich über andere Sachen Gedanken zu machen, z. B. wie organisiere ich eine Revolte wegen dieser finanziellen Ungerechtigkeiten oder wie bekommt man 50.000 Menschen dazu randalierend nach Berlin zu fahren... auch ohne dass irgendwer Meister in irgendwas wird?
Ein ängstliches Volk ist depressiv und Depressionen machen lethargisch. Also wenn ich Politiker wäre, dann fände ich das schon gut, denn dann weiß ich nämlich, dass sich die Menschen nur beschweren, wegen dem Stress der durch geldliche Nöte entsteht aber doch nichts tun werden, außer darauf zu hoffen, dass es die Bild-Zeitung schon richten wird. Dann schüre ich weiter die Angst, indem ich erzähle, dass wir ein Nachwuchsproblem haben in Deutschland und projeziere ein Endzeitbild à la "Mad Max" in die Köpfe der Leute (ihr wisst schon, menschenleere Straßen und nur noch alte Leute, die einen Guerilla-Krieg mit dem letzten Bauern der Stadt führen wegen Milch) und lass sie schön Kinder machen, auf dass sie noch weniger Geld haben. Läuft dieser Kreislauf erst, dann dauert es nicht mehr lange bis die Leute "amerikanisiert" sind.
Was kann man also tun? Fragt mich nicht, denn ich muss jetzt erstmal überlegen ob ich mir mit dem letzten Taschentuch die Nase putze oder mal auf´s Klo gehe...