29.11.2008

Tierschutz ohne Grenzen


Ich bin ein stolzer Tierquäler. Echt jetzt! Das sagt zumindest der Tierschutz in unserem Kaff. Und die müssen das ja wissen, nicht wahr?
Zur Erklärung:
Vor 14 Tagen fand der Tierschutz in unserem Nest ein sehr junges, schwaches Kätzchen. Sie investierten ca. 300 Euro für den Tierarzt um ihr Medikamente und Aufbaufutter zu finanzieren. Da man nicht direkt wusste, ob das Kätzchen was hatte, steckte man es für 5 Tage in Quarantäne. Als die 5 Tage um waren und es ihr nicht wirklich besser ging, da hielt man es für das Beste es einzuschläfern. Mein Onkel, der die Frau vom Verein kennt, sagte aber, dass er das unter keinen Umständen zulässt, sie mit nach Hause nimmt um es durchzubringen. Etwa zu der Zeit kam ich da hinzu, da ich für ein paar Wochen bei ihm schlafe. Dem Kätzchen ging es Tag für Tag besser, es fraß, es spielte und wurde immer munterer. Nachts schlief es bei mir unter der Decke auf der Couch und erklärte mir desöfteren nachts mit ihren Krallen, dass es meinen Ohrring interessant fand.
Ein paar Tage später kam Ziegen-Petra (da Heidi ein eingetragenes Markenzeichen ist, musste ich einen anderen Namen benutzen) um sich zu erkundigen wie es dem Kätzchen geht. Da es den ganzen Vormittag damit beschäftigt war die Bude auseinanderzunehmen, schlief es tief und fest. Ist ja auch kein Wunder, wenn ihr 8 Stunden lang die Wohnungen von Fremden verwüstet, dann seid ihr doch auch müde.
Sie kam also herein und bemerkte gleich, dass wir Raucher sind. Sherlock-Holmes-haftige Instinkte hat sie ja immerhin. Erzählte uns was von Gift, Tod und Verderben, bemäkelte noch das Körbchen der Katze, welches besagtes Kätzchen mit dem Hintern nicht anschaute und welchen wir von Ziegen-Petra bekommen haben, zeigte uns noch wie man ein Kätzchen am besten hoch nimmt (um es möglichst schnell zu töten, denn so sah das aus) und dass wir ihr ein Katzenbäumchen mit seltsamen Sachen dran bauen müssten, was wir sowieso noch vorhatten.
Ziegen-Petra verabschiedete sich und erzählte erstmal allen im Ort, dass wir mit der Katze zusammen Zigarren rauchen würden, dass der Nebel in England nur halb so dick ist und dass das Kätzchen so lethargisch ist, dass es bestimmt bald stirbt. (Ziegen-Petra rettet schon seit 30 Jahren Katzen und beherbergt selbst 30 Katzen zu Hause, sie ist also Profi beim Thema „Das Bedürfnis einer Katze ..... auf dem Planet der Affen“...)
Die Ziegen-Petra musste dieser Katze zu Hilfe eilen, soviel stand schon mal fest. Aber wie macht man das, wenn man kein Rückgrat, keine nennenswerte Weiblichkeit oder Würde hat? Ganz klar, man lügt andere an um zu erreichen was man möchte. Das tat sie auch!
Sie schickte eine ihr bekannte Tierschützerin zu uns unter dem Vorwand, die Tierärztin würde die Katze gerne nochmal sehen um zu checken wie es ihr ging und versprach sie bringe sie in 10 Minuten zurück. Tat sie natürlich nicht. Als sie das Kätzchen holte, schlief es gerade auf meinen Armen friedlich. Muss eine schlimme Qual für das Tierchen gewesen sein.
Nach ewigem Hin und Her, und wohl auch ein bisschen aus Angst, sagte uns dann Ziegen-Petra am Telefon, es wäre alles kein Problem, wir könnten das Kätzchen holen wenn wir ihr die 300 Euro geben, welche der Tierschutzverein im Vorfeld schon ausgab. Auf die Aussage „Leck´ mich da, wo die Tierschützersonne selten scheint!“ konnte sie jetzt nichts anfangen. Als sie uns dann „vorschlug“, dass sie sie uns gebe wenn wir sofort mit dem Rauchen aufhören, wenigstens, und eine ähnliche Antwort folgte, da gab sie es erstmal auf.
Jeder der uns kennt, weiß, dass wir eher einen Menschen treten als ein Tier, grob gesagt, und ihr glaubte kein Mensch. Am Tag darauf, und unter Druck gesetzt, fuhr sie das arme Tierchen zu verschiedenen Ärzten die sie kennt und gab ihr Interferon (ich denke, dass man das so schreibt) und gab es bei uns ab. Das Mittel wird auch für Multiple-Sklerose verschrieben.
Sie brachte es uns zurück und der Katze ging es schlechter als vorher! Sie fraß und trank nichts und wir hatten Müh und Not sie abermals durchzubringen. Aber sie schafft es.
Erpressung, Lug, Trug und offensichtlich die Bereitschaft ein Tier sterben zu sehen, um zu beweisen, dass sie doch Recht hatte und wir ganz schlechte Katzenpapas sind. Das ist wohl der Tierschutz des neuen Jahrtausends.
Ich kenne Mafia-Methoden die barmherziger sind als diese Tierschutzheuchlerei und Yakuza-Mitglieder haben wahrscheinlich mehr Herz als dieses kranke Stück Katzendung. Wenn dies also die Definition von Tierschutz ist, dann bin ich ein stolzer Tierquäler....