30.04.2008

Emos - Ein Leitfaden zur Traurigkeit...


Befassen wir uns heute mal mit den traurigsten Figuren der westlichen Zivilisation: den Emos. Beleuchten wir ihr Leid, ihre Wut und die Marke der Rasierklingen (die taugen nämlich nix, sonst wären ja alle schon tot).
Habt ihr von den Vorfällen in einem heißen Land irgendwo über dem großen Teich gehört, wo Hundertschaften von Metal-Heads und Gothics über eine Gruppe von Emos hergefallen sind? So richtig mit Haue und Aua. Die Hundertschaften taten es, nach eigenen Angaben zufolge, deshalb, weil Emos den Tourismus mit ihrem Geschwule abschrecken würden. Ich bin mir sicher, dass hunderte, randalierender Gothics und Metal-Heads den Tourismus mehr fördern, aber man soll ja nicht kleinlich sein.
Kurz danach sind in sämtlichen Foren entsetzte Emos auf die Barrikaden gegangen und forderten: "Mehr Taschentücher bitte, die Welt hasst uns...!"
Wie wird man ein Emo? Keine leichte Frage, aber versuchen wir das mal aufzurollen.
Zuerst braucht man mal kein Selbstwertgefühl, dann noch ein kleines Aufmerksamkeitsdefizitproblem und die Basis ist schon mal gelegt. Langsam aber sicher redet man sich später noch ein, dass man das Borderline-Syndrom hat und sowieso Rasierklingen sammelt, schon ist man auf dem richtigen Weg.
Jetzt kommt der wichtigste Part: die Musik. Ohne überhaupt selbst definieren zu können, was Emo eigentlich ist, werden dann Bands wie Billy Talent oder Ernst Mosch und seine Egerländer Trauerweiden zu Emo-Core erklärt, und schon hat man seine Stimme des Leids gefunden. Nachdem man sich nun also definiert hat, muss man natürlich als nächsten Schritt das Outfit und äußere Erscheinungsbild in Angriff nehmen. Dazu nehme man ein paar alte Rasierklingen, ritze sich ein paar Narben in die Unterarme und pierct sich mit einer Stricknadel die Augenbrauen. Wichtig dabei: es muss möglichst selbst, also unprofessionell, gemacht werden, da man sonst nur ein Pseudo-Emo ist, und das wäre ja ein Fauxpas.
Jetzt noch Omas alten Vorhang zusammengeschnitten, ein paar Totenköpfe draufgeklatscht, voilá, fertig ist der Emo-Look.
Jetzt muss man mit einer Glühbirne und etwas heißem Draht noch seinen I.Q. unter 50 brennen und schneiden (die genaue Anleitung dazu findet ihr sicher irgendwo im Netz) und schon seid ihr ein waschechter Emo. Gratulation. Eine Urkunde gibt es zwar nicht, aber ein gerahmtes Taschentuch mit Goldrändern...
Hier jetzt mal ein Appell: Lasst die Emos in der Innenstadt in Ruhe, denn wenn ein Emo einen Touristen vollheult, wird er sich schnell betrinken wollen, und wenn das nicht gut für die Wirtschaft und den Tourismus ist, dann weiß ich auch nicht weiter....